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Erythromelalgie - auch zuviel Durchblutung kann weh tun!

Die Erythromelalgie gehört zu den funktionellen Durchblutungsstörungen, allerdings ist Sie nicht durch einen Durchblutungsmangel, sondern durch ein anfallsartig auftretendes "Zuviel" an Durchblutung gekennzeichnet.
Bei dem Krankheitsbild besteht eine Wärmeintoleranz bei etwa 35-37 Grad Celsius, gelegentlich auch bereits darunter, die Kapillargefäße weiten sich bei höheren Temperaturen und es kommt zur anfallsartigen Mehrdurchblutung mit schmerzhafter, brennender Rötung und Anschwellen der Haut an Beinen, Händen, teilweise auch der Nase. Kälteanwendung, Stehen auf kaltem Fußboden, etc. führt zu einer Minderung der Beschwerden.

DIe Erythromelalgie tritt ohne Grundkrankheit, aber auch bei Diabetes, Polyzythämie und Nervenschädigungen (Polyneuropathien) und AV-Verbindungen auf. DIe Diagnose wird anhand der Beschwerden, dem Ausschluß anderer funktioneller oder organischer Durchblutungsstörungen gestellt, die Kapillarmikroskopie kann hilfreich sein.

Die Behandlung richtet sich nach der evtl. Grundkrankheit, Wärme sollte nicht angewandt werden, allerdings ist gelegentlich eine vorsichtige "Desensibilisierung" durch ansteigende Bäder erfolgreich. Durchblutungsfördernde oder gefäßerweiternde Medikamente sind unsinnig und verschlechtern die Situation, physikalische Maßnahmen haben nur einen kurzzeitigen Effekt, sind aber bei schweren Formen ratsam, Iontophorese kann gelegentlich erfolgreich eingesetzt werden ebenso wie hochdosierte Gaben von Acetylsalicylsäure bei hohen Thrombozytenzahlen bzw. Thrombozytenfunktionsstörung.