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Gefäßmedizin

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Ergotherapie – der eigene Wille ist entscheidend



Im Stadium II sind Bewegungsbehandlungen die Therapie der Wahl. Umgehungsarterien in Bereichen mit Gefäßverschlüssen bilden sich aus, weniger laufen oder gar Immobilisierung führt dagegen zu einer weiteren Verschlechterung der Durchblutung bis zum Auftreten von Gewebeuntergang. Zusätzlich erfolgt eine Gewöhnung der Muskeln in minderdurchbluteten Gebieten. Darüber hinaus ist beim Trainierten unter identischer Arbeit auch die Sauerstoffausschöpfung aus dem Blut größer. Es findet eine eine Optimierung der Blutverteilung im Kapillargebiet der arbeitenden Muskeln statt.

Der Erfolg einer solchen Behandlung, also die zu erzielende Gehstreckenverlängerung wird von verschiedenen Faktoren bestimmt. Liegen eine gute Ausgangsleistung, kurze Dauer der Beschwerden, günstige Verschlußlokalisation und mäßige Beeinträchtigung des Blutflusses vor, so ist eine bessere Trainierbarkeit vor allem bei Fehlen von Begleitkrankheiten des Stütz- und Gelenkapparates zu erwarten. Wesentlichste Voraussetzung zum Erfolg ist jedoch der Wille des Patienten, sich aktiv an der Behandlung seiner Krankheit zu beteiligen.

Die Art der Bewegungsherapie ist vom Ort des Gefäßverschlusses abhängig und zielt auf eine Belastung der Muskelgruppen ab, an denen unter Arbeit (Claudicatio) Beschwerden auftreten. Bei Verschlußlokalisationen im Beckenbereich trainiert man die Oberschenkelmuskulatur, z. B. durch Fahrradfahren oder Treppensteigen. Liegen Verschlüsse der Oberschenkelarterien vor, so sind vor allem die Wadenmuskeln durch Gehübungen und Zehenstände zu belasten.

Alle bewegungstherapeutischen Maßnahmen dürfen nur bis zum ersten Anzeichen eines Claudicatioschmerzes durchgeführt werden. Dann muß bis zum Abklingen der Beschwerden pausiert werden. Je häufiger und konsequenter die Übungen durchgeführt werden, desto früher ist mit einem entsprechenden Erfolg zu rechnen. Besteht dagegen bereits in Ruhe eine Schmerzsymptomatik oder bestehen Gewebedefekte - Stadium III oder IV - , dann ist eine Bewegungsbehandlung absolut zu unterlassen und gefährdet die Restdurchblutung.